Sozial 1. Juni 2024

Politische Frage der Woche: Krankenkassenprämie

Die Freie Liste möchte mittels einer Initiative, die sie diese Woche vorstellte, die Kopfprämie der Krankenkasse abschaffen. Bereits 2015 startete die Partei den Versuch, eine erwerbsabhängige Krankenkasse einzuführen. Das System müsste ihrer Ansicht nach wegen der Prämienexplosionen sozialer ausgestaltet werden, da die Prämienverbilligung lediglich beim unteren Drittel der Bevölkerung ansetze. Übrigens wird in der Schweiz am 9. Juni über die «Prämien-Entlastungs-Initiative» abgestimmt, die ebenfalls weg von der Kopfprämie hin zu einer erwerbsabhängigen Krankenkassenprämie will.

Was halten Sie von einer erwerbsabhängigen Krankenkassenprämie?

531.- CHF monatlich. So viel müssen wir in 12 Jahren für die Grundversicherung zahlen, wenn der Prämienwahnsinn so weiter geht. Zumindest, wenn wir vom gleichen Wachstum ausgehen, den VU und FBP bereits in den letzten 12 Jahren nicht mildern konnten. Doch warum in die Zukunft sehen, wenn die Gegenwart erschreckend genug ist? Mit der Pflästerlipolitik der bürgerlichen Parteien (VU, FBP und DpL) wird nämlich vor allem eine Bevölkerungsschicht geschützt: Die Superreichen. Mittlerweile muss die Caritas (immerhin ein gemeinnütziger Verein) einspringen, weil die Regierung bis anhin versagt! Mit 44’000.- CHF unterstützt sie die Menschen nirgends so intensiv wie bei Krankenkassenprämien. Dies ist nur nötig, weil wir in Liechtenstein die unfaire Kopfprämie haben. Diese benachteiligt den Mittelstand enorm — demgegenüber spüren Superreiche den Prämienanstieg kaum. Das Gute bei der erwerbsabhängigen Prämie ist, dass auch sie keine exorbitanten Dellen in das Budget von Millionär:innen schlägt und den Mittelstand trotzdem massiv entlastet.

Statt unsicherer Pflästerli braucht es ein beständiges System, in dem man sich nicht jährlich vor der neuen Prämien-Prognose fürchten muss. Ein System, in dem wir alle das zahlen, was wir bezahlen können, und die Leistungen bekommen, die wir brauchen.  Unser Vorschlag ist zudem sehr transparent: Möchtest Du wissen, was Du mit unserem Vorschlag monatlich für die OKP-Prämie bezahlen müsstest? Schau dir einfach die Ziffer 21 auf Deiner Steuererklärung an (Steuerbarer Gesamterwerb) und rechen diese x0.05/12.

Samuel Schurte, Vorstandsmitglied der Jungen Liste