Ökologisch 25. März 2025 Patrick Risch

Reicht es noch zum bis zum Ziel?

Die zuständige scheidende Regierungsrätin Graziella Marock-Wachter tritt zusammen mit ihrem Team kräftig in die Pedale, um das in ihrer Amtszeit angestossene Konzept für ein Radroutennetz noch in trockene Tücher zu bringen. Leider zu spät. Es sind voraussichtlich nur noch wenige Tage bis  die neue Regierung durch den neuen Landtag gewählt wird.

Umso wichtiger ist es, dass dieses verkehrstechnisch wichtige Projekt zu einem positiven Abschluss geführt werden kann und wir endlich ein lückenloses sicheres Radwegnetz im Land haben. Das Land, die Gemeinden und auch die Bevölkerung, allen voran die autofahrende Bevölkerung, müssen hinter dem Lückenschluss des Radwegnetzes stehen.

Mit der Schlagzeile vom 18. März im «Vaterland»: «Tempo 30 für Autos wird kritisch gesehen» wird dieses Projekt leider negativ belastetDie Gemeinde Schaan lehne die Führung eines Radschnellweges im Mischverkehr mit einer Temporeduktion klar ab. Durch diese Schlagzeile wird die Diskussion um Temporeduktion auf Quartierstrassen gleich wieder negativ behaftet, bevor eine wertoffene Diskussion stattfinden kann. Liest man das Protokoll der Gemeinde Schaan durch, lässt sich erkennen, dass der Gemeinderat sehr wohl die Schaffung von Radwegen sehr wohl begrüsst ­— aufgrund der Volksabstimmung zur flächendeckenden Einführung von Tempo 30 vor vier Jahren jedoch Bedenken hat. Hier könnte eine Befragung der betroffenen Anwohner:innen helfen, ob sie eine Temporeduktion in ihrem Quartier begrüssen würden. Schliesslich sind es die Bewohner:innen dieser Strassen, die von einem Mischverkehr auf ihrer Strasse und somit von einem langsameren Verkehr im Quartier profitieren würden.Verkehr im Quartier profitieren würden.

Heute ist es so, dass es zwar Radwege, Fahrradstreifen und Kriechspuren für den Langsamverkehr gibt, diese enden jedoch abrupt vor einer Kette oder einem Fussgängerstreifen oder werden unverhofft auf die Fahrbahn der Autofahrer gelenkt.

Eine Situation, die sowohl Autofahrende und Radfahrende stresst. Radfahrende sind teilweise gezwungen, auf unbeleuchteten 80er-Strecken vielbefahrene Hauptstrassen zu queren. Gewisse Radwege sind sehr schmal und müssen mit Fussgänger:innen geteilt werden. Zum Teil ist man angehalten auf dem Gehweg zu fahren, wobei es generell untersagt ist, auf dem Trottoir zu fahren.Das vermehrte Aufkommen von schnellen E-Bikes verstärkt die Problematik des lückenhaften Radwegnetzes in Liechtenstein.

Die Situation  heute ist unbefriedigend und zum Teil so gefährlich, dass man ein gewisses Mass an Lebensmüdigkeit aufbringen muss, um die täglichen Wege mit dem Rad in Liechtenstein zu erledigen. Es ist daher umso wichtiger, dass alle Akteur:innen zusammenarbeiten und schnell ein durchgehendes und sicheres Hauptradroutennetz in Liechtenstein schaffen.